Können Matratzentopper wirklich den Schlaf verbessern?

Matratzentopper gelten als das i-Tüpfelchen für einen perfekten Schlaf. Was man bisher nur von Boxspringbetten kannte, findet immer häufiger auch bei herkömmlichen Betten Verwendung. Welchen Nutzen aber haben Topper in puncto Hygiene, Liegekomfort und Schlafqualität? Wir verraten Ihnen, unter welchen Umständen sich eine Investition tatsächlich lohnt, was Sie von einem Topper erwarten können, welches Material für wen geeignet ist und was Sie beim Kauf dringend beachten sollten.

Matratzentypen

Dass guter Schlaf essentiell ist, bemerken wir meist erst dann, wenn er uns abhanden kommt. Kein seltenes Problem, schenkt man dem jüngsten DAK-Gesundheitsreport Glauben. Demnach sollen Schlafstörungen bei Berufstätigen im Alter zwischen 35 und 65 Jahren seit 2010 um ganze 66 Prozent gestiegen sein. Laut der repräsentativen Studie mit 2,6 Millionen erwerbstätigen Versicherten schlafen derzeit rund 80 Prozent der Arbeitnehmer schlecht. Die Zahlen erschrecken, wenn man bedenkt, was schlechter Schlaf für unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit am Tag bedeutet.

Auf Spurensuche: Die Matratze als Ursache für durchwachte Nächte

Wer sich auf Spurensuche begibt, um die Quelle für unruhige Nächte zu finden, landet schnell bei seiner Matratze – sozusagen der Grundlage für guten und erholsamen Schlaf. „Das ist naheliegend, denn nicht selten lässt sich hier bereits nach einer ausführlichen Analyse sehr schnell Abhilfe schaffen“, weiß Inhaber Gerd Schründer. Auch er stellt fest, dass die Nachfrage nach Matratzentoppern, also Komfortauflagen für Matratzen, in jüngster Zeit enorm gestiegen ist – quasi als schnelle, preiswerte Lösung für eine unpassende Matratze. Ein zweischneidiges Schwert, wie der Fachmann sagt, denn häufig würden die Topper aus den falschen Beweggründen gekauft.

Gerd Schründer
Inhaber von Schründer Schlafräume

Matratzentopper im Test: Warum ein Blick in den Testbericht nicht reicht?

Viele würden sich im Vorwege ausführlich über das Produkt informieren, im Netz Testberichte zu Toppern lesen, bei denen gerne Matratzentopper aus Kaltschaum, Viscoschaum oder Gel miteinander verglichen würden und dann eine sofortige Besserung erwarten. „Topper sind eine wunderbare Erfindung, ich weise meine Kunden aber immer wieder darauf hin, dass selbst der beste Matratzentopper keine schlechte Matratze wett machen kann“, sagt Gerd Schründer, „Sie sind vielmehr dazu geeignet, um die hervorragenden Eigenschaften einer passgenauen und hochwertigen Matratze zu steigern; das Liegegefühl also zu verfeinern.“ Eine ausführliche Kaufberatung ist hier demnach unablässig.

Die Vorteile: Wofür sind Topper in herkömmlichen Betten geeignet?

Um besser verstehen zu können, warum Matratzentopper kein Wundermittel gegen einen schmerzenden Rücken oder eine viel zu weiche Matratze sind – ein kleiner Exkurs zum Topper und seinen wirklichen Vorzügen:

Matratzentopper sind meist vier bis zehn Zentimeter hohe, dünne Matratzen, die bestenfalls mit einem abnehm- und waschbaren Bezug versehen sind und auf die eigentliche Matratze aufgelegt werden. Ursprünglich als fester Bestandteil von Boxspringbetten gedacht, halten sie mehr und mehr auch bei Betten mit Lattenrost Einzug.

Komfortauflagen für ein Plus an Hygiene

Es klingt unangenehm, ist aber Tatsache: Wir verlieren pro Nacht rund einen viertel bis einen Liter Schweiß. Hinzu kommen weitere Körperflüssigkeiten und Hautschuppen, die eine Matratze im Laufe der Zeit zu einem idealen Ort für Bakterien, Pilze und allerhand Allergene machen. Daher ist es durchaus sinnvoll, seine Matratze zusätzlich zu schützen. Der Bezug des Toppers ist meist – ähnlich wie bei herkömmlichen Matratzen – mit einer Klimafaserversteppung versehen, was zusätzlich für ein gesundes und trockenes Bettklima sorgt. Topper sind demnach eine wunderbare Möglichkeit, um die eigentliche Matratze zu schonen und ein zusätzliches Plus an Hygiene im eigenen Bett zu gewährleisten.

© Schramm Werkstätten

Sind Topper auch für Allergiker geeignet?

Definitiv! Topper – unabhängig ob aus Viscoschaum, Gel oder Kaltschaum – sind absolut geeignet für Menschen, die beispielsweise unter Asthma oder Allergien leiden. Hochwertige Topper speziell für Allergiker sind mit einem milbendichten Bezug ausgestattet, dessen Material meist in einem speziellen Verfahren mit antibakteriellen Wirkstoffen behandelt wurde. Somit haben Milben oder Schimmelpilze keine Chance sich auszubreiten – selbst nach häufigem Waschen des Topperbezugs nicht.

Matratzenauflage vs. Matratzentopper – Wo liegen die Unterschiede?

Was aber kann ein Matratzentopper, was eine herkömmliche Matratzenauflage nicht kann, die ebenfalls dafür da ist, um die Matratze vor Feuchtigkeit und Schmutz zu bewahren? Die Antwort liegt im Komfort begründet: „Topper unterstützen das Liegegefühl und können unter Umständen sogar dafür genutzt werden, um eine zu harte Matratze etwas auszugleichen (der umgekehrte Weg – eine zu weiche Matratze härter machen – funktioniert allerdings nicht), das eigene Temperaturempfinden zu unterstützen oder auch bei starkem nächtlichen Schwitzen ein gutes Gefühl zu geben“, erklärt Gerd Schründer.

Auch die zusätzliche Höhe, die eine solche Komfortauflage mit sich bringt, hat für viele Kunden einen positiven Nebeneffekt: Das Aufstehen aus dem Bett wird dadurch häufig als wesentlich angenehmer und bequemer empfunden.

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Wer ein Doppelbett besitzt und sich hin und wieder über die „Besucherritze“ in der Mitte ärgert, profitiert selbstverständlich auch vom Matratzentopper. Hier gibt es allerdings auch die ausgeklügelte Variante des sogenannten Split-Toppers, bei dem extra Einschnitte in der Auflage dazu dienen, dass sich Kopf- und Fußteil trotzdem noch unabhängig voneinander verstellen lassen.

Spezielle Spannbettlaken für Topper sind übrigens nicht notwendig. In der Regel sind die gängigen Modelle groß genug für beide – Topper und Matratze.

Um verschiedene Bereiche der Matratze passgenau für Hüfte oder Schulter herzustellen, wird sie mit verschiedenen Einschnitten, sogenannten Zonen, versehen. Das Ergebnis ist eine außerordentlich hohe Punktelastizität und eine gute Stützkraft.

Kaltschaum, Visco, Gel oder Latex: Die verschiedenen Topper-Typen im Vergleich

Ganz elementar für die Kaufentscheidung ist der Kern des Toppers, der mit seinen unterschiedlichen Materialien und seiner individuellen Beschaffenheit erheblichen Einfluss auf das Schlaferlebnis nimmt.
Die vier gängigsten Varianten unter den Matratzentoppern sind die Modelle aus Kaltschaum, Viscoschaum, Gelschaum und Latex. Darüber hinaus gibt es auch Taschenfederkern-Topper und – ganz neu – Topper aus Mesh. Letztere sind eine echte Innovation auf dem Markt, da ihr 3D-Gewirke aus Kunstfasern ähnlich wie bei funktioneller Sportbekleidung mit ihrer hohen Durchlässigkeit und Atmungsaktivität punkten. Auch natürliche Materialien wie Daunen oder Kamelhaar werden gerne für Topper verwendet. Vor allem Letzteres – Kamelhaar – wird dafür geschätzt, dass es für ein ausgezeichnetes Schlafklima sorgt. „Der Temperaturausgleich ist bei Kamelhaar beispiellos“, weiß Gerd Schründer. Da die Tiere in der Wüste extremen klimatischen Bedingungen ausgesetzt
sind, hat Kamelhaar sowohl wärmende, als auch kühlende Eigenschaften – die perfekte Kombination für ein angenehmes Schlafklima.

Nachfolgend geben wir Ihnen einen ausführlichen Überblick über die vier am häufigsten verwendeten Topper, die derzeit auf dem Markt angeboten werden:

• Topper aus Kaltschaum

Einer der größten Vorteile bei Matratzentoppern aus Kaltschaum sind ihre hervorragenden klimaregulierenden Eigenschaften. Aufgrund ihrer offenporigen Struktur wird Feuchtigkeit und Hitze schnell und sicher abgeleitet – interessant vor allem für diejenigen, die nachts viel schwitzen und daher Wert auf eine atmungsaktive Unterlage legen. Zudem verfügen die Kaltschaum-Topper über eine hohe Rückstellfestigkeit. Das heißt, dass sie sich direkt an eine veränderte Schlafposition anpassen. Ein Plus für unruhige Schläfer, die nachts häufig ihre Liegeposition verändern.

• Topper aus Viscoschaum

Den meisten ist der viscoelastische Schaumstoff auch als Memoryschaum bekannt. Er punktet vor allem durch seine thermoelastischen Eigenschaften. Heißt konkret: Viscoschaum reagiert dergestalt auf Wärme, indem er sich besonders gut an den Körper anpasst; je wärmer, desto höher die Anpassung. Vor allem Menschen, die gerne warm und weich schlafen oder häufiger unter Gelenk- und Rückenschmerzen leiden, fühlen sich mit diesem Matratzentopper, der sehr druckentlastend ist, wohl. Wer zu vermehrtem Schwitzen tendiert, sollte allerdings lieber eine Alternative suchen – hier könnte das anschmiegsame Material schnell als zu warm empfunden werden. Auch Menschen, die häufig die Liegeposition ändern, werden mit Viscoschaum nicht glücklich – die Anpassungsfähigkeit bei Viscoschaum ist nämlich wesentlich geringer als bei den Toppern aus Kalt- oder Gelschaum.

• Topper aus Gelschaum

„Matratzentoppern aus Gel wird nachgesagt, dass sie die Vorzüge der beiden vorherigen Varianten vereinen“, sagt Gerd Schründer. Der Gelschaum ist atmungsaktiv, passt sich direkt dem Körper an und wirkt enorm druckentlastend. Topper aus Gel funktionieren darüber hinaus temperaturunabhängig, sprich: ihre Anpassungsfähigkeit an den Körper ist auch in kühlerer Umgebung absolut gegeben.

• Topper aus Latex

Auch Latex wird gerne für die Herstellung hochwertiger Topper verwendet. Das hochelastische Material wird vor allem für seine leicht federnde Wirkung, seine ausgesprochen hohe Elastizität und seine schwingungsdämpfenden Liegeeigenschaften geschätzt. Zudem passt sich Latex punktelastisch an jede Körperkontur an und ist enorm formstabil, kehrt also unmittelbar nach Belastung wieder in seine ursprüngliche Position zurück. „Ein Nachteile von Latextoppern ist lediglich ihr relativ hohes Gewicht, was sie weniger handlich macht“, weiß Gerd Schründer, „Wer zudem nachts stark schwitzt, sollte besser auf ein anderes Material ausweichen, da Latex nicht ganz so atmungsaktiv ist wie beispielsweise Kaltschaum.“

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Welcher Topper passt zu welcher Matratze?

• Topper bei Kaltschaummatratzen

Wer sich im Netz über Topper informiert, stößt häufig auf die Information, dass Kaltschaummatratzen absolut ungeeignet für Topper sind. Ein weit verbreiteter Irrglaube, wie Gerd Schründer erklärt: „Man liest immer wieder, dass die ergonomische Wirkung einer Kaltschaummatratze durch einen Topper verloren ginge. Dem ist aber definitiv nicht so“, so der Fachmann. Jede hochwertige Matratze habe verschiedene Zonierungen, sprich Einkerbungen und Reliefs in ihrer Oberfläche. Deren Wirkung gehe allerdings nicht einfach verloren, nur weil ein Topper sie verdecke. „Wählt man einen entsprechend dünnen Topper, profitiert man auch weiterhin ohne Einschränkung von der Ergonomie der Matratze“, so Gerd Schründer. Ein weiterer Punkt, der vielen Sorge bereitet: Ist der Klimaausgleich zwischen Kaltschaummatratze und Topper tatsächlich gewährleistet? Immer wieder liest man, es würden sich schnell Stockflecken zwischen den beiden Schichten bilden. Stimmt das? Der Experte kann auch hier Entwarnung geben: „Es kommt auf den Bezug von Matratze und Topper an. Wer ein hochwertiges und gut klimatisiertes Material wählt, der braucht sich keine Sorgen zu machen, dass sich Feuchtigkeit im Zwischenraum sammelt.“

• Topper bei Federkernmatratzen

Federkernmatratzen sind ebenfalls absolut Topper-geeignet, da die Komfortauflagen deren Punktelastizität des Taschenfederkerns wunderbar unterstützen. Hier kann ein Topper dazu führen, dass der Körper sich im Schlaf noch besser an die Unterlage anpasst und daraus eine optimale Druckverteilung resultiert.

• Topper bei Wasserbetten

Auch Wasserbetten sind ideal geeignet, um mit einem Topper aufgerüstet zu werden. „Inzwischen gibt es Topper speziell für Wasserbetten mit einer speziellen Beschichtung gegen Staub, die man leicht abwischen kann, um sich die ansonsten oft mühsame Reinigung zu ersparen“, erklärt Gerd Schründer. Auch in puncto Stromsparen werden Topper bei Wasserbetten gerne genutzt, da sie isolieren und somit den Energieverlust minimieren. Darüberhinaus kann ein Topper auf dem Wasserbett das Umdrehen und Aufstehen erheblich erleichtern.

Wie pflege ich meinen Matratzentopper?

Bei der richtigen Pflege des Toppers kommt es erst einmal darauf an, dass die Atmungsaktivität zwischen Topper und Matratze gewährleistet ist. Daher sollte der Bezug des Toppers – wie bereits oben erwähnt – aus einem atmungsaktiven Material bestehen. Nur so kann man sicher sein, dass sich zwischen den beiden Schichten keine Feuchtigkeit sammelt.

Wie bei herkömmlichen Matratzen auch, sollte der Topper außerdem regelmäßig gedreht und gewendet werden für eine gleichmäßige Abnutzung.

Zudem bietet es sich an, den Bezug des Toppers hin und wieder in der Waschmaschine bei 60 Grad zu waschen oder direkt im Fachhandel reinigen zu lassen. „Bei guter Pflege hat man so mindestens vier bis fünf Jahre lang Freude an seinem Matratzentopper“, so der Fachmann.

Fazit

Um die Frage der Überschrift nun endlich zu beantworten: Ja, Matratzentopper können unsere Schlafqualität verbessern; aber eben nur bedingt. Die Topper sind eine wunderbare Möglichkeit, um die positiven Eigenschaften einer ohnehin sehr gut
abgestimmten Matratze zusätzlich zu unterstreichen. Sie sind quasi das i-Tüpfelchen für einen besonders komfortablen Schlaf. Wer sich allerdings Wunder vom Topper erhofft und ein völlig neues Schlafgefühl erwartet, der wird unter Umständen enttäuscht und sollte lieber erst einmal zur Wurzel – nämlich der eigentlichen Matratze – vordringen. Daher ist es unbedingt ratsam, sich ausgiebig im Fachhandel beraten zu lassen und vor Ort zu testen.

Verkaufsraum

Gerd Schründer war lange Jahre Dozent der Lehranstalt des Deutschen Textileinzelhandels (LDT) in Nagold. Der Innenarchitekt ist seit 1990 in dritter Generation Inhaber von Schründer Schlafräume in Münster. Seit mehr als 80 Jahren ist das Unternehmen eine feste Institution im Münsterland und eine der ersten Adressen für erholsamen Schlaf – von der Bettwäsche über maßgeschneiderte Bettsysteme bis hin zur kompletten Schlafraumeinrichtung. Das interdisziplinäre Team vereint unterschiedlichste Kompetenzen unter einem Dach: Zertifizierte Schlafberater, Physiotherapeuten, Innenarchitekten, Diplom-Designer, Feng-Shui-Berater wie auch Einrichtungsberater kümmern sich hier gerne um Sie.

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